Germany
by SCHATTENWOLF
Rungholt gilt als eines der bekanntesten norddeutschen Sagenmotive. Die einst wohlhabende Stadt an der nordfriesischen Küste wurde 1362 von der Groten Mandränke (das große Ertrinken], einer der verheerendsten Sturmfluten der Geschichte, verschlungen. „Rungholt 1362 – Die versunkene Stadt“ erzählt diese Legende als düsteren Metal-Song voller Sturm, Meer und Erinnerung. Zwischen historischen Ereignissen und überlieferten Erzählungen entsteht eine Hommage an die norddeutsche Küstenkultur und eine Geschichte, die bis heute Menschen fasziniert. Rungholt is considered one of Northern Germany’s most famous legends. The once prosperous town on the North Frisian coast was swallowed by the Groten Mandränke (the Great Storm Flood), one of the most devastating storm floods in history, in 1362. “Rungholt 1362 – The Sunken City” tells this legend as a dark metal song filled with storm, sea, and remembrance. Blending historical events with centuries-old tales, it becomes a tribute to Northern Germany’s coastal heritage and a story that continues to fascinate people to this day.
Hörst du die Glocken tief im Meer? Kein Turm steht dort seit langem mehr. Wenn Wind das dunkle Wattland küsst, erklingt ein Ruf, den niemand vergisst. Wo heute nur die Nordsee liegt, stand einst eine Stadt, die Geschichte schrieb. Mit Segeln weiß am Horizont, mit vollen Häfen, reich und bunt. Die Fischer fuhren früh hinaus, am Abend kehrten sie nach Haus. Aus Fenstern fiel noch warmes Licht, und niemand ahnte das Gericht. Die Glocken von Rungholt läuten noch heut, tief unter den Wellen, tief unter der Zeit. Das Meer nahm die Straßen, die Häuser, das Land, doch niemals den Klang, der Jahrhunderte bestand. Dann kam der Wind – und das dunkle Meer, trieb hohe Wellen vor sich her. Die Deiche ächzten, Balken brachen, während die ersten Wellen krachten. Der Himmel verschwand im Sturmgebraus, die Flut, sie griff nach jedem Haus. Menschen schrien gegen den Wind, der keine Gnade mit sich bringt. Die Nordsee schlug mit voller Macht, verschlang die Stadt in einer Nacht. Hafen, Kirchturm, Stein für Stein, sanken in die Fluten ein. Wo gestern noch das Leben war, lag nur noch Wasser kalt und klar. Doch etwas blieb in tiefer See, und widerstand dem Sturm - wie eh und je. Die Glocken von Rungholt läuten noch heut, tief unter den Wellen, tief unter der Zeit. Das Meer nahm die Straßen, die Häuser, das Land, doch niemals den Klang, der Jahrhunderte bestand. Und wenn du nachts am Ufer stehst, den kalten Wind im Nacken spürst, dann lausche still ins dunkle Watt, wo Rungholt seine Heimat hat. Kein Stein blieb stehen, kein Tor bestand, versunken tief im Nordseesand. Doch solange man die Glocken hört, ist Rungholt niemals ganz zerstört. Die Glocken von Rungholt läuten noch heut, tief unter den Wellen, tief unter der Zeit. Das Meer nahm die Straßen, die Häuser, das Land, doch niemals den Klang, der Jahrhunderte bestand. Die Glocken von Rungholt, kannst du sie hören? Wenn Nebel steigt aus dunklen Meeren. Das Meer nahm die Stadt in einer Nacht, doch hat es sie nicht um ihre Stimme gebracht. Hörst du die Glocken tief im Meer? Sie klingen durch die Zeiten her. Wenn Wind durchs stille Wattland zieht, lebt Rungholt weiter - nicht nur in diesem Lied.